Hier erfahren Sie jede Menge wissenswertes. Hier die Auflistung der Themen:


Reitanlage zur Pferdehaltung

 

Als Reitanlage bezeichnet man einen Hof, auf dem Pferde gehalten werden. Außerdem bietet eine Reitanlage zur Pferdehaltung dem Reiter die Möglichkeit zum täglichen Training mit seinem vierbeinigen Partner. ;-)

Eine gut geführte Reitanlage sollte über eine Reithalle verfügen. Hierin kannst du dein Pferd auch bei schlechtem Wetter reiten, longieren oder laufen lassen. Bei schönem Wetter macht das Reiten auf einem gepflegten Außenplatz natürlich mehr Spaß. ;-)

Außerdem ist eine separate Longierhalle in der Pferdehaltung wünschenswert. Du hast es sicher auch schon oft erlebt, dass die Reithalle voll von Reitern ist und du dein Pferd aus Platzmangel nicht longieren kannst. Gibt es eine Longierhalle oder zumindest einen Longierzirkel im Freien, so entzerrt sich der tägliche Stallbetrieb ein wenig und das gesamte Stallklima entspannt sich.

Reithalle, Reitplatz, Longierhalle und Longierzirkel müssen regelmäßig gepflegt und eingeebnet werden, damit alle Reiterinnen und Reiter lange Spaß daran haben. Bei trockenem Wetter müssen die Sandböden zusätzlich gesprengt werden, damit dein Pferd und du beim Reiten keine "Staublunge" bekommt. ;-) Der Betreiber deines Pensionsstalls zur Pferdehaltung wird sich sicher über ein wenig Hilfe bei der Pflege der Anlage und der Reitböden freuen.

Optimaler weise ist eine Reitanlage von einem schönen, verkehrsarmen Ausreitgelände umgeben, denn über einen Ausritt wird dein Pferd sich mit Sicherheit immer freuen. Dabei kann es richtig gut entspannen und die Seele baumeln lassen. ;-)

Immer mehr Reitanlagen zur Pferdehaltung verfügen heute über eine Führmaschine. Diese Bewegungsmöglichkeit ist nicht sonderlich abwechslungsreich und artgerecht - jedoch immer noch besser als nur in der Box zu stehen.

Sehr wichtige Einrichtungen sind dagegen matschfreie Ausläufe und ausreichend große Weideflächen, auf die dein Pferd täglich geführt werden sollte. Auch sie stellen einen großen Pflegeaufwand dar und müssen von vielen fleißigen Helfer-Händen in Schuss gehalten werden. Dazu zählt das Abäppeln von Weide und Paddock und gegebenenfalls das Einebnen und Sprengen des Paddocks.

Außerdem müssen alle Flächen, über die dein Pferd läuft, regelmäßig auf grobe Verunreinigungen, Gegenstände oder anderweitige Auffälligkeiten hin überprüft werden. Glasscherben, größere Steine, tiefe Löcher und andere Verletzungsquellen haben in der Pferdehaltung nichts verloren und müssen dringend und sorgfältig beseitigt werden.

Welche Aspekte zur Umzäunung und zur Pflege der Weide du sonst noch beachten solltest, kannst du im Artikel Weide nachlesen.



Zudem ist es wichtig für jeden Reitanlagenbetreiber, zumindest ein kleines Reiterstübchen anbieten zu können. Hier können sich die Reiterinnen und Reiter vor und nach dem Reiten bei einer gemütlichen Tasse Tee über die neusten Geschehnisse austauschen. Das fördert das gesamte Stallklima und vielleicht verabreden sich die Ein oder Anderen bei der Gelegenheit schneller, um am nächsten Tag gemeinsam die Weide abzuäppeln. ;-)

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Tierschutz

 

Der Tierschutz gewinnt in unserer Zeit glücklicherweise immer mehr an Bedeutung. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden streng verfolgt und entsprechend bestraft. Das Gericht kann in extremen Fällen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu 25.000€ verhängen.

Die ethischen Grundsätze sollten jedem Reiter und jedem Pferdehalter bekannt sein:

1. Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen.

2. Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein.

3. Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.

4. Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.

5. Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren, zu vermitteln und nachfolgenden Generationen zu überliefern.


6. Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern.

7. Der Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und das ihm anvertraute Pferd einer Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen Mensch und Pferd.

8. Die Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen Reit-, Fahr- und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.

9. Die Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes. Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden.

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Der Umgang mit einem Fluchttier

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Pferd und Mensch


Im Umgang mit einem Fluchttier ist es sehr wichtig, dass du darüber Bescheid weißt, wie es reagieren könnte, damit du vorausschauend handeln und gefährliche Situationen vermeiden kannst.

Also, gilt wie immer: Beobachte dein Pferd mit viel Geduld, um es bald verstehen und sein Verhalten einschätzen zu können.

Du wirst sicher schnell herauskriegen, wovor dein Pferd Angst hat und kannst es dann gezielt beruhigen. Wenn du z.B. herausgefunden hast, dass dein Liebling Angst vor dem gelben Wasserschlauch am Abspritzplatz hat, dann kannst du ganz in Ruhe mit deinem Pferd zum Waschplatz gehen und ihm den "gefährlichen" Schlauch zeigen. Lasse dein Pferd daran riechen und vielleicht auch mal dran knabbern, wenn dein Vierbeiner sich nah genug heran traut. Das fördert das Vertrauen und nimmt deinem Pferd die Angst.

Wie du mittlerweile sicher schon weißt, ist dein Pferd ein Fluchttier. Das heißt es folgt seinem Instinkt und ergreift die Flucht, wenn es erschrickt - auch wenn du es einmal aus Versehen erschrecken solltest.

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Deshalb ist es wichtig, dass du langsam und ohne hektische Bewegungen auf dein Pferd zugehst. Außerdem hilft es oft, wenn du das Pferd mit ruhiger Stimme ansprichst, um es auf dich aufmerksam zu machen. Vergewissere dich, dass dein Pferd dich wahrnimmt. Beobachte es immer genau, damit du lernst, wie dein Pferd auf bestimmte Geräusche und in bestimmten Situationen reagiert.

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Führzügelklasse - Turnierstart für die Jüngsten

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„Mit der Führzügelklasse hat alles angefangen“ – berichten viele bekannte Pferdesportler – vom Nachwuchsreiter bis zum Olympiateilnehmer – wie ihre Sportkarriere ins Rollen kam. Noch heute zählen Führzügelklassen zu den beliebtesten Einsteigerwettbewerben im Pferdesport. Oft drücke die ganze Familie auf dem Turnier fest die Daumen, wenn die kleinsten Sprösslinge geführt auf dem Pony oder Pferd zeigen, dass sie schon Leichttraben können und eine gute Balance im Sattel haben.

Und worauf sollte man beim ersten Führzügelstart achten?

„pferdenah“ hat mit Silke Gärtner gesprochen, die Mitglied im Autoren-Team der neuen Wettbewerbsordnung (WBO) ist.

Silke Gärtner ist außerdem Richterin, Trainerin A und Sportpädagogin. In der WBO 2013 findet ihr übrigens alles Wichtige von den Anforderungen, bis zur Bewertung, der Ausrüstung und den zusätzlichen Bestimmungen rund um die Führzügelwettbewerbe von Seite 75 bis Seite 80 (Teil II). Im Führzügelwettbewerb werden Pferd und Reiter von einer Person im Schritt und Trab geführt. Das Leichttraben kann verlangt werden. Ebenso können kleine Bewegungsaufgaben gestellt werden. Der Pferdeführer sollte dabei mehr begleitend als lenkend führen. Die Aufgabenstellung erfolgt nach Weisung der Richter/ Prüfer Breitensport.

Gibt es Führzügelklassen für Ponys und Pferde? Worauf sollte man achten?

Silke Gärtner: Führzügelklassen dürfen laut WBO generell für Pferde und Ponys ausgeschrieben werden. Entscheiden tut dies letztendlich der Veranstalter mit der Ausschreibung. Von der Einwirkung der jungen Reiter her gibt es in der Führzügelklasse keinen Unterschied zwischen Pferd und Pony. Die Einwirkung kann z.B. auf einem kleinen, aber sehr frechen Pony schwieriger sein, als auf einem braven größeren Pony oder Pferd. Ein vierjähriges Kind hat z.B. generell noch sehr wenig Einwirkung auf ein Pony oder Pferd. Das einzige Argument, das bei noch sehr kleinen Kindern für ein Pony spricht, wäre evtl. der Bewegungsablauf (Gänge), die bei einem Großpferd evtl. noch zu schwungvoll/ schwerer zu sitzen sind.

Hilfszügeln sind laut WBO erlaubt. Ist es sinnvoller mit oder ohne Hilfszügel in der Führzügelklasse zu starten? 

Silke Gärtner: Gerade sehr kleine Kinder, sind noch nicht in der Lage, richtig einzuwirken und ihr Pony selbständig an den Zügel zu reiten. Deswegen werden sie in der Führzügelklasse ja auch noch geführt. Hilfszügel erleichtern, dass das Pony/ Pferd über den Rücken schwingt, bzw. Reiter und Pferd ein harmonisches Bild abgeben können. Im Führzügel-Wettbewerb Cross Country, in dem zum Beispiel im Trab über einen kleinen Baumstamm gehüpft werden muss, ist nur das gleitende Ringmartingal erlaubt.

Wie alt sollten die Ponys/ Pferde, die Reiter sowie der Pferdeführende mindestens sein?

Silke Gärtner: Im Führzügel-Wettbewerb sollten die Pferde oder Ponys mindestens vier Jahre alt sein, die Reiter ebenfalls mindestens vier Jahre alt und die Pferdeführenden mindestens 14 Jahre alt. Im Führzügelwettbewerb Cross-Country gilt als Mindestalter für Pferd und Reiter fünf Jahre sowie für den Pferdeführenden mindestens 16 Jahre.

Welche Varianten des klassischen Führzügelwettbewerbs gibt es in der WBO?

Silke Gärtner: Es gibt noch den Führzügel-WB mit Theoriefrage(n), den Führzügel-WB mit Slalom, bei dem im Schritt und Trab auch um Pylonen geritten werden muss sowie den Führzügel-WB mit Sattelgurtkontrolle. Beim Führzügel-WB Cross Country muss ein kleiner Geländekurs mit fünf Stationen absolviert werden. Dazu gehören eine Ausrüstungskontrolle, drei Fragen rund ums Pferd, das Zeigen des Leichten Sitzes im Trab, das Durchreiten eines kleinen Slaloms sowie der Hüpfer aus dem Trab über einen kleinen Baumstamm sowie das Herauf- und Herunterführen eines kleinen Hügels.

Quelle: FN

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Was kostet ein Pferd?

 

In letzter Zeit lese ich häufiger Fragen darüber, was ein Pferd denn so monatlich kosten würde. Meistens kommt diese Frage von Jugendlichen, Schülern oder Auszubildenden.

Auch ich wollte von Kindesalter an nichts sehnlicher, als ein eigenes Pferd zu besitzen. Heute bin ich froh, dass meine Eltern mir gerade diesen Wunsch NICHT erfüllt haben.

Die Frage nach den Kosten eines Pferdes ist berechtigt und jeder der mit dem Gedanken spielt sich ein Pferd anzuschaffen, wird sich diese Frage früher oder später mindestens einmal stellen. Leider lässt sich die Antwort nicht pauschalisieren. Es kann gut laufen, es kann schlecht laufen. Meistens aber kommt es sowieso anders als man denkt.

Auch wenn ich es nie böse meine, rate ich jedem Schüler oder Auszubildenden von einem eigenen Pferd ab. Für den Ernstfall muss einfach gewährleistet sein, dass das Pferd zu jeder Zeit bestens versorgt werden kann. Auch wenn das heißt, dass man mehrere tausend Euro in eine notwendige Operation stecken muss. Die wenigsten können das und noch weniger wollen sich das eingestehen.

Ein Pferd kostet Geld. Viel Geld. Manchmal sogar mehr Geld als man sich je erträumt hätte.

Abgesehen davon, kostet ein Pferd noch einiges mehr. Bevor man mit dem Gedanken spielt sich ein Pferd anzuschaffen, muss man sich 100% sicher sein, dass man bereit ist das zu investieren.

Ein Pferd kostet Zeit.
Bei guter Pflege und ein bisschen Glück, kann ein Pferd über 30 Jahre alt werden. Auch wenn es fast unmöglich ist, eine so lange Zeit im Voraus zu planen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Pferd keine Anschaffung für ein paar Jahre, sondern oft eine Lebensaufgabe ist.

Ein Pferd kostet Disziplin.
Ruhetage gibt es nicht. Ein Pferd möchte jeden Tag ausgemistet, gefüttert und bewegt werden. Und das nicht nur bei Sonnenschein und warmen Temperaturen sondern auch bei Regen, Schnee und Minusgraden.

Ein Pferd kostet harte Arbeit.
Pferde laufen von Natur aus in allen 3 Gangarten. Mehr brauchen sie nicht können. Alles weitere, dass wir von Ihnen verlangen, erfordert Arbeit. Arbeit mit dem Pferd, aber vor allem Arbeit an sich selbst.

Ein Pferd kostet Geduld.
Pferde sind Fluchttiere. Vertrauen ist das kostbarste Geschenk dass sie dir machen können. Aber es kommt nicht von heute auf morgen, sondern will verdient werden!

Ein Pferd kostet Selbstkritik.
Nur wer sich und sein Handeln stetig hinterfragt und beleuchtet, kommt in der Arbeit mit Pferden weiter. Wer denkt bereits alles zu wissen, wird ewig das sein was er schon ist. Pferde spiegeln.

Ein Pferd kostet viele viele Nerven.
Pferde werden krank, haben Bedürfnisse, haben schlechte Tage, funktionieren nicht auf Knopfdruck und sind keine Sportgeräte. Vor allem aber, können Pferde dir nicht sagen was sie stört oder Ihnen weh tut.

"Passt der Sattel?" "Drückt der Zahn?" "Hab ich alles richtig gemacht?" "Wann ist eigentlich die nächste Wurmkur fällig?" "Offenstall oder Boxenhaltung?" "Welches Futter füttere ich am besten?" "Hat das Pferd auch genug Heu über Nacht?" "Wieso lahmt er denn nun schon wieder?" "Welcher ist der beste Hufschmied?" "Beschläge oder Barhuf?" "Es ist mal wieder Zeit für ein Blutbild." "Wie bekomme ich den Selenmangel in den Griff?" "Vielleicht probier mal eine Akkupunktur" etc.
Die Gedanken die sich um das eigene Pferd drehen, beschränken sich nicht nur auf die 2 Stunden am Tag, die man im Stall ist. Sie lassen einem auch den Rest des Tages kaum Ruhe - versprochen.

Ein Pferd kostet Liebe.

Alle oben genannten Punkte hält man auf Dauer nur aus, wenn man eines im Überfluss hat: Liebe.

  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es all deine Ersparnisse aufbraucht.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es alt und krank ist.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn du bei -10 Grad fluchend seinen Mist aus der Box schleppst.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es manchmal nicht versteht was du von Ihm willst.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es sich im Gelände erschreckt und dich in den Sand gesetzt hat.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es dich manchmal zum Weinen bringt.
  • Ein Pferd will geliebt werden - auch wenn es dich oft schlaflose Nächte kostet.

Wenn das alles gewährleistet ist, ist es tatsächlich das schönste Hobby der Welt und mit nichts gleichzusetzen. Denn was man investiert, wenn man es denn investiert, bekommt man mehr als doppelt zurück.

Quelle: unbekannt

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Laufenlassen in der Halle – Riskantes Rodeo

 

Gut gemeint, aber oft mit bösen Folgen: Wir haben Experten zum Thema Laufen-lassen in der Halle befragt.

Es war einer dieser eisigen Wintertage im vergangenen Dezember. Juliane Brombach kam erst spät und gestresst von der Arbeit am Stall an. Zuhause wartete ihr Freund mit dem Essen. Die Führanlage war defekt, „also entschloss ich mich, meinen Wallach Remember  laufen zu lassen“, erinnert sich die 24-Jährige an diesen schicksalhaften Tag. Kaum in der Reit-halle losgelassen, buckelte der schwarz-braune Wallach davon und stand nach einer harten Landung plötzlich auf drei Beinen. Statt Abendessen musste der Tierarzt kommen – und konnte nur noch einen Trümmerbruch des Fesselgelenks diagnostizieren. Der Wallach wurde noch vor Ort eingeschläfert.

Juliane Brombachs Erlebnis ist kein Einzelfall, so wie ihr geht es vielen Pferdebesitzern, die im Winter ihre Pferde unsachgemäß laufen lassen. Knackt es draußen, dann auch oft drinnen: „Häufig kommt der Anruf eines verzweifelten Pferdebesitzers an besonders kalten Wintertagen gegen 21 Uhr: Das Pferd hätte sich beim Laufenlassen verletzt“, erzählt der praktische Tierarzt Wolfgang Olschowy. Meistens kann der Veterinär aus Mettmann dann keine gute Diagnose stellen, zu den häufigsten Verletzungen gehören Huf-, Fessel- oder Kronbein-frakturen, im schlimmsten Fall als Trümmerbruch. „Das bedeutet in der Regel das Ende“, fasst Olschowy zusammen, der kein Freund des Laufenlassens ist.

 

Wenn sich das Pferd entlädt ...

Für Dr. Dirk Lebelt, Fachtierarzt für Pferde und Verhaltenskunde, liegt das Hauptproblem in der falschen Haltung der Pferde: „Im Sommer kommen sie auf die Weide, im Winter stehen viele Pferde dann 23 Stunden in der Box und haben keine Möglichkeit, sich frei zu be-wegen. Dabei brauchen sie im Winter die gleiche Bewegung wie im Sommer.“ Durch diesen eklatanten Bewegungs-mangel entstehen Spannungen und die Pferde sind entsprechend geladen. „Wird so ein Pferd dann aus der Box direkt in die Reithalle geführt, ist es kein Wunder, wenn es erst einmal explodiert“, warnt Lebelt, der an der Pferdeklinik Havelland in Beetzsee praktiziert. „Muskulatur und Sehnen sind kalt, das Knorpelgewebe noch nicht durchsaftet, Verletzungen programmiert.“ Seine Kollegin Dr. Wiebke Bielenberg, Tierärztin aus Österreich, schildert weitere Risiken mit drastischen Worten: „Bei einem kalten Pferd kann es zu Bänderdehnungen kommen, diese verursachen jedes Mal Minimalschäden ohne Lahmheiten, die sich zu eingeschränkten Arthrosen summieren können.“ Auch Muskel- und Sehnenverletzungen, Zerrungen und kleine Risse sind weitere Verletzungen.

 

Erst aufwärmen, dann toben

Trotz dieser Risiken befürwortet Bielenberg die freie Bewegung in der Halle: „Pferde, denen regelmäßig die Gelegenheit geboten wird, sich frei zu bewegen und zu wälzen, sind entspannter. Nicht nur psychisch sondern auch in der Muskulatur.“ Eines jedoch ist wichtig: Je weniger Bewegungsmöglichkeit das Pferd hat, desto besser muss es vor dem Laufenlassen aufgewärmt werden. Am besten ist es daher, das Pferd nach der Arbeit in der Halle laufen zu lassen. Dann ist es sicherlich aufgewärmt. Ansonsten sollte das Pferd mindestens zehn, besser 15 Minuten in der Führanlage laufen oder geführt werden, in der Halle oder draußen. So ein Winterspaziergang ist für Reiter ein echter Gesundheits-Kick: Schon 15 Minuten walken mit dem Pferd bringen rosige Wangen, stramme Muskeln und eine bessere Gesundheit. Pferdefachfrau Linda Weritz aus Düsseldorf hat einige Tipps zum sicheren Führen: „Das Pferd sollte immer mit Handschuhen und Longe geführt werden.“

Wie wichtig die freie Bewegung für die Psyche des Pferdes ist, hat auch Dressurtrainer Johann Zagers aus Wülfrath erkannt. Seit vielen Jahren lässt er seine Pferde im Winter möglichst einmal in der Woche laufen: „Die Pferde brauchen die freie Bewegung auf gutem Boden zum Spannungsabbau. Sie müssen sich ab und zu frei buckelnd in der Halle bewegen können, wenn sie das auf der Weide nicht mehr können.“ Ein sicheres Zeichen für das fehlende Ausbuckeln ist für den Dressurreiter, wenn die Pferde spannig bei der Arbeit werden: „Dann suchen sie die Stecknadel im Heuhaufen, werden schreckhaft und springen bei der kleinsten Gelegenheit davon. Sie suchen einfach ein Ventil für ihre Spannungen.“

 

Schön dick einpacken

Verletzungen hat Zagers noch nie erlebt, sicherlich aber auch, weil er und sein Team auf Sicherheit setzen: „Die Pferde bekommen ein eng sitzendes Halfter an. Sie werden bandagiert oder bekommen Gamaschen angelegt. Außerdem, wenn sie die Tendenz zu einer großen Galoppade haben, Springglocken oder Ballenschoner.“ Eine weitere Möglichkeit, um abgetretene Eisen zu vermeiden, ist es, die Hufe mit Tapeband abzukleben. Diese Vorbereitungen begrüßt Dr. Lebelt: „Viele Pferde schlagen, wenn sie in der Halle herumlaufen mit den Beinen an der Bande an. Das kann zu Griffelbeinfrakturen oder Prellungen führen. Davor können Gamaschen oder Bandagen schützen.“

Auch die Reithalle wird von Pferdewirtschaftsmeister Johann Zagers, der in diesem Jahr auf der Dressur-Europameisterschaft in Rotterdam für das belgische Team startete, vorbereitet: Alle Spiegel werden abgehängt und die Tore geschlossen. Vorsichtsmaßnahmen, die Dr. Lebelt unterstützt: „Pferde, die einen Spiegel nicht kennen, denken, dass es in dem Spiegel weitergeht, und können im schlimmsten Fall direkt in den Spiegel springen.“ Ähnlich verhält es sich mit offenen Hallentüren: „Die Pferde meinen, da geht es raus und springen über den Ausgang.“ Immer wieder erlebt der Tierarzt in der Praxis, dass Pferde entweder mittig auf der Türe hängen bleiben oder aber bei der Landung auf dem harten Betonboden hinter der Türe schwer stürzen.

 

Erst mal an die Longe

Sind alle diese Sicherheitsvorkehrungen getroffen, kann es losgehen. Das Pferd sollte nach der Aufwärmphase erst einige Runden im Schritt in der Halle geführt werden. „Lässt man es sofort frei, kann es darauf konditioniert werden, unkontrolliert loszurasen. Unter Umständen hat man dann später Probleme, das Pferd noch ruhig in der Halle zu führen“, warnt Linda Weritz. Neigt das Pferd zu Blitzstarts, wird es durch vorheriges ruhiges Longieren im Schritt nachgeschult. Dann wird es mit dem Kopf zum geschlossenen Ausgang hingestellt, losgemacht und nach dem Zurücktreten wie an der Longe zum Angehen im Schritt aufgefordert.

 

Eines sollte man auf keinen Fall machen: Das Pferd mit der Longierpeitsche jagen.

Auch sollte das Pferd nicht von sich aus einen Handwechsel vornehmen. „Den bestimmten Sie“, erklärt Dr. Bielenberg.„Treten Sie Ihrem Pferd auf größere Entfernung in den Weg. Durch heben der Hand, die der Bande näher liegt, lenken Sie es in die andere Richtung.“

Neigt ein Pferd trotz aller Erziehungsmaßnahmen dazu, sofort durchzustarten, bleibt es an der langen Longe, wie Zagers, erklärt: „Dabei werden die Pferde nicht ausgebunden. Sie dürfen kontrolliert an der Longe traben oder galoppieren. Das ist sicherer, als wenn sie wild in der Bahn umhertoben würden.“

Für Dr. Wiebke Bielenberg dient das Freilaufen aber zu mehr als zur reinen Bewegung der Pferde. „Freilaufen fördert die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter“, erklärt die Tierärztin. Der Reiter kann lernen, sein Pferd durch Körpersignale auf verschiedenen Bahnfiguren im Schritt und Trab zu leiten. Künstler, die auf solche Art mit ihren Pferden arbeiten, gibt es im Zirkus oder bei Freiheitsdressuren.

Pferde, die sich kennen, können übrigens durchaus auch gemeinsam in der Halle laufen. „Die Zusammenstellung sollte aber immer beibehalten werden und die Pferde sollten das Freilaufen kennen“, erläutert Dr. Lebelt.

Auch wenn die Zeit noch so knapp ist, darf der Reiter sein Pferd auf keinen Fall im erhitzten Zustand in die Box stellen. „Genauso wie zum Beginn des Freilau-fens steht am Ende ein entspannendes Spazierengehen, eventuell noch mit Ab-schwitzdecke, bis Atmung und Puls sich beruhigt haben“, erläutert Lebelt.

 

Bodenpflege muss sein

In vielen Reitställen ist das Laufenlassen in der Halle nicht erlaubt, weil Stallbesitzer die Meinung vertreten, der Hallenboden leide zu sehr darunter. Damit haben sie auch generell Recht, wie Dr. Cornelia Dreyer-Rendelsmann, öffentlich bestellte Sachverständige für Reitplatzbau, bestätigt: „Wenn das Pferd richtig Gas gibt, kann es vor allem in den Ecken größere Löcher im Hallenboden hinterlassen.“ Diese müssen zusammengekehrt werden, da sie sonst zu bösen Stolperfallen werden können. Die Bodenfachfrau rät, einen Sammel-Lauf-Termin anzubieten. „Danach kann der Reitstallbesitzer die Halle durchziehen und sie kann wieder problemlos beritten werden.“

So wird es auch im Reitstall von Dressurreiterin Jutta Held aus Ratingen praktiziert: Sonntagsnachmittags steht die Halle fürs Freilaufen zur Verfügung, mittlerweile hat sich eine richtige Lauflass-Clique gebildet: „Zur Abwechslung bauen wir manchmal auch kleine Hindernisse auf, dann kombinieren wir Freispringen mit Freilaufen.“ Die Pferde danken es mit mehr Rittigkeit und weniger Spannung unter dem Sattel. 

 

CAROLINE HUPPERTZ

Quelle: REITER REVUE INTERNATIONAL 11/2011

 

Laufen lassen, aber richtig!

  • Das Pferd muss aufgewärmt sein. Bringen Sie es für 15 Minuten in die Führanlage oder führen Sie das Pferd selbst.
  • Die Beine mit Gamaschen oder Bandagen schützen. Neigt das Pferd dazu, sich in die Eisen oder Ballen zu treten,   Hufe entweder abkleben und/oder Springglocken anziehen.
  • Hängen Sie unbedingt den Spiegel ab. Es gibt Pferde, die in den Spiegel springen.
  • Tore und Türen möglichst komplett schließen. Manche Pferde tendieren dazu, aus der Halle zu springen.
  • Niemals ein Pferd scheuchen, es darf sich ganz alleine bewegen. Wenn es nicht laufen will, auch gut, dann darf es sich nur wälzen.
  • Ein erhitztes Pferd solange trocken führen, bis Atmung und Puls sich beruhigt haben.

 

Das Pferd in der Halle laufen lassen (als PDF)

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Die Stimmung der Pferde erkennen

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Quelle: Cavallo online

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(Prüfungs) Klassen

 

Die Prüfungsklassen beschreiben den Schwierigkeitsgrad der zu reitenden Prüfung. In Deutschland gibt es mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad Klasse E (Einsteiger), Klasse A (Anfänger), Klasse L (Leicht), Klasse M (Mittelschwer) und Klasse S (Schwer). Prüfungen der Klasse S werden je nach Disziplin weiter unterteilt. Im Springsport wird beispielsweise unterschieden zwischen Ein-, Zwei- und Dreisterne-S-Springen. Außerdem werden die Springen der Klasse A und M je nach Schwierigkeitsgrad in Ein- oder Zweisterne-Springen unterteilt. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl von Wettbewerben mit Anforderungen unterhalb der Klasse E wie Reiterwettbewerbe oder breitensportliche Wettbewerbe (z.B. Geschicklichkeitsparcours).

Ein Reiter darf auf demselben Turnier nur in zwei benachbarten Prüfungsklassen starten.

Nach den neuen Regelungen entfallen ab 2008 die unterschiedlichen Kategorien. Man unterscheidet demnach nicht mehr zwischen Kat. A, B und C. Die Prüfungen werden nun entweder unter WBO (Wettbewerbs-Ordnung) oder LPO (Leistungs-Prüfungs-Ordnung) veranstaltet.

 

Altersklassen

Während sich die Einteilung in Prüfungsklassen auf die zu reitende Prüfung bezieht, geben die Alters- und Leistungsklasse Auskunft über den Reiter. Im Reitsport gibt es seit der LPO-Änderung 2000 fünf Altersklassen. Die jüngsten Reiter werden Junioren genannt. Zu den Junioren zählen alle Reiter, die im laufenden Kalenderjahr maximal ihren 18. Geburtstag haben. Die 19 bis 21 Jahre alten Reiter werden Junge Reiter genannt. Reiter über 21 Jahre zählen zu den Reitern. Diese Altersklasse hieß bis zur LPO-Änderung 2000 Senioren. Die Einstufung als Senior erfolgt mit dem 40. Lebensjahr. In einigen wenigen Prüfungen sind ausschließlich Senioren zugelassen.

Bei der Austragung von Championaten (Meisterschaften) werden die Junioren eingeteilt in Children (maximal 16 Jahre) und Junioren (17 und 18 Jahre). Children auf Ponys werden auch Ponyreiter genannt. Es gibt spezielle Prüfungen, bei denen ausschließlich Ponys zugelassen sind. Im Turniersport gilt ein Pferd als Pony, wenn sein Stockmaß 148,2 Zentimeter nicht übersteigt.

 

Leistungsklassen

Neben der Einteilung in Altersklassen werden alle Reiter zusätzlich in Leistungsklassen eingeteilt. Abhängig vom Besitz von Leistungsabzeichen und den Turniererfolgen in den jeweils zwei vorangegangenen Jahren erfolgt die Einteilung.

Die Einteilung in Leistungsklassen erfolgt für jede Disziplin getrennt.

Generell zählt jeder Reiter zur Leistungsklasse 0. Damit ist er zur Teilnahme an Prüfungen berechtigt die keine Leistungsklasse erfordern. (Reiterwettbewerbe, E-Dressur und E-Springen)

Reiter, die im Besitz des DRA IV (Kleines Reiterabzeichen) sind, können die Einstufung in Leistungsklasse 6 beantragen. Diese berechtigt zur Teilnahme an Prüfungen der Klassen E und A.

Reiter, die im Besitz des DRA III (Bronzenes Reiterabzeichen) sind und die Lizenzprüfung (mindestens Note 6,0) bestanden haben, können die Einstufung in Leistungsklasse 5 beantragen. Diese berechtigt zur Teilnahme an Prüfungen der Klassen A und L.

Reiter, die im Besitz des DRA II (Silbernes Reiterabzeichen) sind, oder die Erfolge in Prüfungen der Klassen A und L nachweisen können, oder die eine Berufsausbildung zum Pferdewirt– Reiten abgeschlossen haben, können die Einstufung in Leistungsklasse 4 beantragen. Diese berechtigt zur Teilnahme an Prüfungen der Klassen A, L und M.

Reiter, die Erfolge in Prüfungen der Klassen L und M nachweisen können, oder die eine Berufsausbildung zum Pferdewirtschaftsmeister – Reiten abgeschlossen haben, können die Einstufung in Leistungsklasse 3 beantragen. Diese berechtigt zur Teilnahme an Prüfungen der Klassen L, M und S.

Die Leistungsklassen 1 und 2 werden aufgrund entsprechender Erfolge in Prüfungen der Klassen M und S erteilt.

Quelle: Wickipedia

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Die neuen Reitabzeichen

 

Ab 2014 gibt es von der FN 10 Reitabzeichen = RA genannt.

Das Wissen wird praxisnah in verschiedenen Situationen geprüft. Auch neu ist die Prüfung Bodenarbeit (bei RA 10 - 5). Jedes Abzeichen ist vom Alter unabhängig und die Prüfungen, für die RA 10 - 6, dürfen beliebig oft wiederholt werden.

Neu Alt Leistungsklasse
RA 10 Steckenpferd  
RA 9 Kleines Hufeisen  
RA 8    
RA 7 Großes Hufeisen  
RA 6    
RA 5 DRA Kl. IV 6
RA 4 DRA Kl. III 5
RA 3 5
RA 2 DRA Kl. II 4
RA 1 DRA Kl. I 3

 

Fragen zur Neuregelung bitte an:

Josef Hamzek

Telefon: 0152 - 08454244

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Pferde beim Fellwechsel

 

Der Fellwechsel zum Winter

Zwei Mal im Jahr werfen Pferde ihr Fell ab und lassen sich ein neues Haarkleid wachsen. CAVALLO erklärt, warum das wenig mit Temperaturen zu tun hat und wie man Pferde beim Fellwechsel richtig putzt.

Pferde haben es besser als viele Männer: Sobald ihre Haarpracht ausfällt, wächst bei ihnen prompt wieder was nach. Zwei Mal im Jahr lösen sich Pferdehaare aus der Verankerung und machen sich dünne. Schon bevor sie ausfallen, sprießen unter der Hautoberfläche neue Haare.

Haare bestehen aus Keratin, einer Hornsubstanz. Das einzelne Haar setzt sich zusammen aus Follikel, Haarwurzel und Haarschaft. Jedes Haar hat nicht nur eine Schweißdrüse, sondern ist auch mit einem Muskel verbunden. Dadurch kann es sich bei Kälte aufstellen. In den Haarfollikeln münden Drüsen, die Talg absondern. Der überzieht das Fell mit einem feinen Fettfilm, der ihm Glanz verleiht und Regenwasser abweist.

Den Startschuss für den Fellwechsel gibt nicht etwa die Außentemperatur, sondern die Tageslänge. Werden Ende August die Tage kürzer, machen die Sommerhaare Platz für den Winterpelz. Erst wenn die Tage wieder länger werden, fällt der Winterplüsch. Steigende oder sinkende Temperaturen spielen beim Fellwechsel eher eine Nebenrolle. Nur wenn das Thermometer partout nicht klettern oder sinken will, verzögert sich der Wechsel nach hinten. Die Haltungsform entscheidet, wie viel Fell wächst: Pferde, die im Winter in warmen Ställen stehen, entwickeln häufig kein so dickes Winterfell wie Offenstall-Pferde, die ständig den Außentemperaturen ausgesetzt sind. Winterplüsch ist auch rassebedingt. Ponys besitzen oft ein dickeres Fell als große Warmblüter.

Um ein neues Haarkleid zu stricken, benötigt der Pferdekörper viel Eiweiß und Energie. Das nachwachsende Haar muss sich langsam aus der Haut schieben. Auch der Bedarf an Spurenelementen wie Zink, Kupfer und Selen steigt. Mangelt es dem Pferd an diesen Stoffen, klappt zwar der Fellwechsel, aber das Immunsystem wird geschwächt. Das erklärt, warum viele Pferde im Fellwechsel anfälliger für Infektionen sind. Bei einer normalen Heu- und Kraftfutterration werden solche Versorgungslücken meistens leicht überbrückt, wenn Pferde gesund sind.

Während des Fellwechsels steigt bei Pferden der Bedarf an Aminosäuren und essentiellen Fettsäuren. Die findet man geballt in Leinsamen. Der kann zwar an der Geschwindigkeit des Fellwechsels nichts ändern, aber er kurbelt die Verdauung an und unterstützt den Stoffwechsel. Leinsamen enthalten Blausäure. Deswegen muss er vor dem Füttern abgekocht oder geschrotet werden. Im Handel gibt es mittlerweile fütterungsfertigen Leinsamen samt Mengenempfehlungen.

 

Wissen: Das Kältempfinden von Pferden

Pferde verkraften Kälte sehr gut. Ihre Thermoregulation funktioniert ähnlich wie ein Thermostat. Melden die Sensoren in der Haut Kälte, springt die Heizung an: Je stärker der Kältereiz, desto stärker wird die Muskulatur durchblutet. Die Haut ist für die Isolation zuständig und hat eine geringere Temperatur als das Körperinnere. Wird es richtig kalt, stellen Pferde ihre Haare auf. Die Luftschicht, die entsteht, isoliert den Körper. 

Quelle: Cavallo

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Zügellahmheit: Die Hintergründe und die besten Übungen

 

Die Ursachen der Zügellahmheit

Der Begriff bedeutet streng genommen, dass ein Pferd bei angenommenem Zügel lahmt, ohne Zügeleinwirkung jedoch klare Gänge zeigt.

 „Das kommt aber auf den Grad der Zügellahmheit an“, sagt Dr. Heuschmann. Ihm wurde schon ein zügellahmes Pferd vorgeführt, das selbst am Stallhalfter hinkte.

An der Longe gehen die meisten Pferde ohne Hilfszügel klar. „Mit kurz geschnallten Ausbindern kann man die Zügellahmheit aber auch an der Longe auslösen“, weiß Dr. Christine Sapper, Tierärztin und Pferdewirtin aus Pforzheim/Baden-Württemberg.

In weniger schweren Fällen hilft es deshalb oft schon, einen erfahrenen Reiter mit korrektem Sitz und feiner Hand auf ein zügellahmes Pferd zu setzen. „Ich habe das schon oft bei schlecht gerittenen Schulpferden beobachtet, die auf der Vorhand laufen. Sie fangen an, mit dem Kopf zu nicken, und sehen schließlich so aus, als würden sie lahmen. Sobald man sie vorwärts reitet, ist die Lahmheit verschwunden“, sagt Dr. Sapper.

„In den meisten Fällen liegen bei zügellahmen Pferden parallel aber auch massive Rückenverspannungen vor“, beobachtet Dr. Imke Querengässer, Tierärztin mit den Spezialgebieten Physiotherapie und Chiropraktik aus Königsbach in Baden-Württemberg. Deswegen sollte man ein zügellahmes Pferd zuerst auf Rückenprobleme untersuchen lassen.

Zügellahmheit tritt in allen Reitweisen auf und auch bei sehr weit ausgebildeten Pferden. „Das Thema ist brandaktuell. Es betrifft Pferde bis in die höchsten Dressur-Klassen, sagt Dr. Heuschmann. Das bestätigt Annette Stevenson, klassische Ausbilderin aus Oberderdingen/Baden-Württemberg, die kürzlich bei einer S-Dressur einen solchen Fall sah. „Bei jedem Tempowechsel zeigte das Pferd Taktfehler, weil die Reiterin zu viel am Zügel zog.“ Es belegte am Ende Platz 3.

Der Reiter hat es also in der Hand, ob sein Pferd klar geht oder nicht – auch wenn Zügellahmheit nicht immer mit dem Zügel zu tun hat.

„Schuld können außer der unruhigen oder festen Hand auch unausbalancierter Sitz, unpassende Ausrüstung oder Überforderung des Pferds sein“, erklärt Westerntrainerin Brigitte Tönsfeuerborn aus Blomberg/Nordrhein-Westfalen. „Wenn von vorne nach hinten geritten wird anstatt von hinten nach vorne, kommt das Pferd leicht aus dem Takt und sieht aus, als lahme es.“

Häufig zieht der Reiter auch noch unterschiedlich stark an den Zügeln. „Viele haben eine starke rechte Hand, die unbewusst viel fester ist als die linke. Pferde, die auf der rechten Hand zügellahm sind, treten vorne rechts kürzer. Sie suchen die rechte Reiterhand als Stütze“, so Annette Stevenson.

Wie stark und ungleich der Reiter am Zügel zieht, kann jeder ganz einfach mit den Zack-Zügelsensoren testen: Die Plastikstreifen im Zügel reißen je nach Stufe bei 2, 4, 7, 10 oder 15 Kilo (siehe CAVALLO 11/2006).

Zügellahmheit zeigt sich nicht immer sofort als deutliches Hinken und wird deshalb oft ignoriert. „Es gibt tausend Vorstufen“, so Dr. Heuschmann. Dazu gehören verhaltene Gänge, Taktfehler oder schlechte Rittigkeit.

Annette Stevenson beobachtet, das zügellahme Pferde häufig implodieren. Sie gehen kaum noch vorwärts und fressen ihren Frust in sich hinein: „Die Pferde stehen oft sehr unter Spannung, neigen aber selten dazu, zu explodieren.“

Bei Gangpferden endet Zügellahmheit gern in Gangsalat. „Vor allem Isländer haben einen sehr starken Fluchttrieb“, sagt Sarah Wortmann vom gleichnamigen Gestüt im niedersächsischen Seevetal. „Der wird häufig dazu missbraucht, spektakulären Pass zu reiten. Die Hand reißt den Kopf hoch, das Pferd startet durch.“ Die Ausbilderin beobachtet bei vielen Isländern, dass sie regelrecht Panik vor dem Gebiss haben (siehe auch CAVALLO 11/2007). „Sie sind nicht an den Kreuzhilfen, verspannen im Rücken und treten nicht mehr durch.“ Das Ergebnis: Der Schritt wird zum Pass, der Galopp zum Viertakt. Oder das Pferd mixt Tölt, Trab und Galopp.

Wenn das Pferd erst einmal lahmt, rufen die Reiter den Tierarzt. „Geschichten ohne Ende“ kennt Dr. Wolfgang Ranner, Fachtierarzt für Pferde aus dem bayerischen Schierling. „Es ist immer das Gleiche: Das Pferd wird an der Hand vorgetrabt und zeigt keinerlei Lahmheit, Beugeproben sind negativ. Sobald der Reiter das nächste Mal reiten möchte, lahmt das Pferd wieder, wieder wird der Tierarzt gerufen.“

In solchen Fällen klingeln bei Dr. Ranner mittlerweile die Alarmglocken. „Ich habe mir angewöhnt, bereits bei der ersten Untersuchung genau nachzufragen, ob die Lahmheit nur unter dem Reiter beobachtet wurde.“

Sobald Dr. Ranner eine Zügellahmheit vermutet und nach genauer Untersuchung keine anderen Krankheiten feststellen kann, lässt er sich das Pferd vorreiten. „Wenn ich mir sicher bin, dass an der Lahmheit in erster Linie der Reiter schuld ist, versuche ich ihm klar zu machen, dass er professionelle Hilfe von einem Reitlehrer braucht.“

Vom Veterinär sind dabei Standvermögen und Fingerspitzengefühl gefragt. Welcher Kunde möchte schon hören, dass er nicht reiten kann? „Da muss man sehr diplomatisch sein“, sagt auch Dr. Imke Querengässer, die einen Trainingsplan erstellt, sobald sich die Zügellahmheit bestätigt. „Solche Pferde schicke ich viel am langen Zügel ins Gelände“, sagt sie. „Dort kommen Pferd und Reiter auf andere Gedanken.“

Dr. Heuschmann setzt sich selbst in den Sattel, um zu wissen, wie sich das Pferd anfühlt. „Bei zügellahmen Pferden ist fast immer die Grundausbildung schief gelaufen“, hat er beobachtet und geht noch einen Schritt weiter. „Meist sind es auf die Hand geknallte Pferde, die fest sind wie Beton.“ Manche lassen sich gar nicht mehr reiten.

„Man muss zügellahmen Pferden ihren Rücken wiedergeben“, lautet sein Heilmittel. Heuschmann sieht den Rücken als Ursache von Zügellahmheit und den Zügel als Medium, um sie auszulösen. „Zügellahmheit geht immer
mit akut oder chronisch verspanntem Rücken einher.“

Annette Stevenson arbeitet mit zügellahmen Pferden gerne im Roundpen ganz ohne Sattel und Trense. „Dort können sie sich von allen Verspannungen und Aggressionen lösen.“ Bei der Dressur-Arbeit stehen dann zunächst alle Übungen auf dem Plan, die den Pferderücken aufwölben und das Pferd weg von der Hand bringen. Hat das Pferd gelernt, lahmfrei und taktrein zu gehen, können vorsichtig erste versammelnde Lektionen gefordert werden.

Letztlich muss der Reiter mit seinem zügellahmen Pferd also noch einmal zurück auf Los, sprich: zurück zur Grundausbildung. Wie lange es dauert, bis die Zügellahmheit verschwindet, ist je nach Grad und Pferd unterschiedlich.

„Es kann sein, dass eine überwunden geglaubte Zügellahmheit bei einem schwächeren Reiter wieder auftritt“, sagt Brigitte Tönsfeuerborn und rät deshalb, zügellahme Pferde immer wieder von einem feinfühligen Trainer korrigieren zu lassen. „Was natürlich den Besitzer nicht aus der Pflicht nimmt, feiner reiten zu lernen.“

Quelle: Cavallo

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Dressurreiten

 

Selbst Reit-Profis haben Probleme beim Aussitzen

Kraft hilft beim Aussitzen nicht

Aussitzen fällt Reitern schwer: Selbst Dressur-Profis klammern sich im Trab auf verspannten Pferderücken fest, anstatt weich mitzuschwingen. Warum Aussitzen für Reiter so schwer ist, erklärt Sitzexpertin und Buchautorin Susanne von Dietze.

Auch vielen Top-Reitern fehlt heute die richtige Technik, um die energischen Bewegungen ihrer gangewaltigen Pferde geschmeidig auszusitzen. Sind diese dann auch noch fest im Rücken, verdeckt nur noch der Rockschoß am Dressurfrack, dass der Reiter bei jedem Tritt aus dem Sattel fliegt.

Wer lange gesund im Sattel sitzt, macht das mit Technik und Gefühl, nicht mit Kraft. Anders als die eingangs genannten Definitionen fürs Aussitzen nahelegen, darf der Reiter dabei eins nicht tun – einfach sitzen bleiben. Stattdessen muss er mit Becken und Körpermitte komplexen Bewegungen folgen.

Diese entstehen durch die diagonale Fußfolge im Trab. Man spürt im Sattel vor allem, wie sich der Rücken hebt und senkt. Aber es passiert noch viel mehr. Das Auf und Ab ist mit einer Sinuskurve vergleichbar. Der Reiter muss seinen eigenen Schwerpunkt somit nicht nur hoch und runter, sondern dabei jeweils auch noch vorwärts verlagern.

Gleichzeitig senkt sich beim Pferd die Kruppe abwechselnd nach rechts und links. Ist das Pferd locker, setzt sich die Beckenbewegung als Rotation in die Wirbelsäule fort. Der Reiter muss deshalb sein Becken nicht nur wellenförmig auf und ab bewegen, sondern auch noch wechselseitig vorwärts. Und das alles, ohne dass die Beckenbewegung in den Schultern sichtbar wird.

Außerdem darf sich dabei das Reitergewicht nicht seitlich verschieben. Denn auch der Schwerpunkt des Pferds bleibt durch die diagonale Beinstütze immer mittig.

Der Test im Stehen: Können Sie ein Knie leicht beugen und das Becken auf der gleichen Seite nach vorwärts-abwärts folgen lassen, ohne dass sich der Druck unter den Füßen verändert oder sich Ihre Schultern bewegen?

Quelle: Cavallo

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Losgelassenheit täglich erarbeiten

 

Aussitzen fällt Reitern schwer: Selbst Dressur-Profis klammern sich im Trab auf verspannten Pferderücken fest, anstatt weich mitzuschwingen. Warum Aussitzen für Reiter so schwer ist, erklärt Sitzexpertin und Buchautorin Susanne von Dietze.

Jedes Pferd bewegt sich anders. Je länger und energischer die Trabtritte, desto schwieriger wird das Aussitzen.

Nicht jeder Reiter kommt beim Aussitzen gleich weit oder tief. Wie gut sich ein Becken bewegt, hängt von vielen Faktoren ab. Manche davon, etwa die Dehnfähigkeit und die Elastizität des Gewebes, sind trainierbar. Andere, wie die Länge und Form des Beckens, sind naturgegeben und lassen sich nicht ändern.

Solche Körperfaktoren bestimmen mit, ob ein Reiter ein Pferd bequem findet oder es nur schwer aussitzen kann. Reiter mit langem Becken können sich oft gut auf Pferde mit größeren Bewegungsabläufen einstellen. Auf einem Pferd mit flachen, kurzen Bewegungen neigen sie jedoch dazu, im Rumpf zu verspannen, weil es ihnen schwerfällt, den schnellen Bewegungen zu folgen. Reiter mit kurzem Becken und festen Muskeln sind dagegen von großen Pferdebewegungen oft überfordert.

Ein guter Reiter lernt, seine eigenen Körperbewegungen denen möglichst vieler verschiedener Pferde anzupassen. Doch auch Profis haben ihre „Lieblings-Trab-Bewegung“. Ich selbst habe hunderte von Pferden geritten. Darunter waren gerade einmal zwei Tiere, die perfekt zu meinem eigenen Bewegungsmuster passten. Eins davon war nicht gesund, das andere konnte ich mir finanziell nicht leisten.

Mein bestes Pferd, die Stute Actrice, mit der ich auch international Erfolge hatte, war für mich nicht besonders bequem. Nur mit viel Geduld und viel Leichttraben konnten wir zu einer gemeinsamen Losgelassenheit im Trab finden, die wir uns in jeder Trainingseinheit neu erarbeiten mussten.

Selbst wer im Training weich aussitzt, kann beim Turnier ins Hoppeln geraten. Prüfungen sind auch für erfahrene Reiter und Pferde Ausnahmesituationen. Der Stress ist groß, Lautsprecher, Fahnen und Zuschauer am Viereck irritierend. Da gehen selbst gehorsame Pferde nicht so losgelassen, wie sie vielleicht könnten. Es gibt eben doch einen feinen Unterschied zwischen „Ausbildung-Reiten“ und „Aufgabe-Reiten“.

Dies ist das einzige Hindernis für gutes Aussitzen, welches man nicht allein durch besseres Training ausschalten kann. Hier hilft vor allem Wettkampfpraxis. Grundlegende Losgelassenheit beim Pferd und Geschmeidigkeit beim Reiter sind dagegen unabhängig vom Turnierstress. Sie lassen sich in der Ausbildung gezielt fördern.

Quelle: Cavallo

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Weitere nützliche Links

 

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